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DIE ABRUZZEN – EINE MALERISCHE LANDSCHAFT

DAS CASTELLO DI SEMIVICOLI AUS DEM 17. JAHRHUNDERT SOWIE EIN FANTASTISCHER WEIN UND NOCH VIEL, VIEL MEHR ……

 

Die italienische Region Abruzzen hat über 300 Gemeinden und Städte, die in vier Provinzen unterteilt sind: Chieti, L’Aquila, Teramo und Pescara (größte Stadt der Region), die auch gleichzeitig die Hauptstädte der einzelnen Provinzen sind. L’Aquila ist zudem auch die Hauptstadt der Gesamtregion.

Vom Internationalen Flughafen Rom-Ciampino fahren wir ca. 2 ½ Stunden mit dem Auto durch eine bezaubernde hügelige Landschaft mit ihren kleinen Dörfern, die sich oft an den Hängen empor zu hangeln scheinen. Saftig grüne Auen, Mischwälder, Felder, Olivenhaine und Weinberge, die durch zahlreiche Serpentinen unterbrochen werden, sorgen dafür, daß sich die Landschaft niemals langweilig zeigt. Dazu gehören noch die alten trutzigen Burgen und Festungen, die von Hügeln herab blicken und noch heute ihre Geschichte erzählen. 050 Die Landschaft der Abruzzen ist kontrastreich, über mehr als 30 km weit kann man das Gebirgsmassiv Gran Sasso, mit seinen drei Spitzen des Corno Grande (2.912 m) und die Gipfel des Maiella-Massivs, sehen. Die Hänge dieses Gebietes fallen bis zum Küstenstreifen der Adria hin ab, wobei ca. 35 % davon unter Naturschutz stehen.

Wir erreichen die Provinz Chieti

 

Hier liegt, auf der Adria Seite, eingebettet von Weinbergen, das kleine Dorf Casacanditella. Schon von Weitem erblicken wir auf einem Hügel das Castello di Semivicoli aus dem 17. Jahrhundert, das zum abruzzesischen Weingut Masciarelli gehört. Es wurde vom Winzer Gianni Masciarelli, der 2008 verstarb, und seiner Frau Marina Cvetic aufwändig restauriert. Beide achteten sehr darauf, daß der ursprüngliche Charme des geschichtsträchtigen Palazzos nicht verloren geht und eröffneten 2009 das exklusive Luxus Hotel Castello di Semivicoli mit seinem blühenden Garten.

Unsere Begrüßung ist herzlich, und wir werden sogleich in den ehrwürdigen Speisesaal geführt. Der große Tisch ist schon für uns festlich mit den typischen Köstlichkeiten der Abruzzen gedeckt, die verführerisch riechen, und den dazu passenden edlen Tropfen des Weingutes. 001 Wir können unter folgenden Speisen wählen, die vorzüglich schmecken und uns begeistern:

  • Polpette Cacio e Ova – Käse-/Eier-Bällchen
  • Rustici melanzane, salsiccia, peperoni – Quiche mit Auberginen, Salsiccia-Wurst und Paprika
  • Frittata con zucchine – Frittata (italienisches Omelett) mit Zucchini
  • Rustici wurstel – Quiche mit Würstchen 004
  • Tartina philadelphia prosciutto – Kleine Sandwiches mit Philadelphia-Käse und Schinken
  • Anelli alla pecorara – Anelli-Nudeln nach Schäfer-Stil (mit Pecorino-Käse)
  • Salume – Salami vom Schwein
  • Formaggi – Ziegen- und Schafskäse verschieden mariniert/gewürzt, Mozzarella

dazu werden edle Weine des Hauses gereicht, die kaum zu überbieten sind:

  • Masciarelli Trebbiano D’Abruzzo D.O.C. 2011
  • Trebbiano D’Abruzzo D.O.C. Castello di Semivicoli 2009 011
  • Marina Cvetic Trebbiano D’Abruzzo D.O.C. 2009
  • Villa Gemma Cerasuolo 2011
  • Masciarelli Montepulciano D’Abruzzo D.O.C. 2010
  • Marina Cvetic Montepulciano D’Abruzzo D.O.C. 2008
  • Villa Gemma Rosso Montepulciano D’Abruzzo D.O.C. 2005

Luxus und Komfort

Den Gästen stehen elf individuell gestaltete Zimmer, darunter zwei Junior-Suiten und eine Superior Suite, die sich im Turm befinden, zur Verfügung und mit einem fantastischen 360 Grad-Panorama-Blick verwöhnen. Das Ambiente der Zimmer ist modern und bietet eine zurückgenommene Eleganz, die aber den Charme des einstigen Palazzos erkennen läßt, so daß man schnell in eine historische Atmosphäre eintaucht.

Die alten Gewölbe und Treppen mit ihren ungleich hohen und ausgetretenen Stufen, die durch das Castello führen, stehen im Kontrast zu dem modernen Fahrstuhl und dem nicht zu übersehenden modernen Fitness-Studio.
Auch der 200 Jahre alte Weinkeller mit seinen riesigen Holzfässern und dem überlangen Holztisch strahlt noch heute ein besonderes Flair aus und läßt erahnen, welche Gelage hier wohl einst stattfanden.

Anspruchsvolle Veranstaltungen

Das mediterrane Klima, die lauen Sommermonate und der atemberaubende Ausblick über die Gipfel des Maiella-Massivs bis hin zur Adria Küste laden zu wunderschönen Veranstaltungen oder zu einem italienischen Aperitivo im schattigen Schloßgarten mit seiner herrlichen Blumenpracht, ein.
Den Sommer hindurch werden Ausstellungen, Theatervorführungen und Musikabende im Castello und seinem lauschigen Garten durchgeführt.

Besonders reizvoll zeigt sich die Veranstaltung „Aperitif und Jazz“, die traditionell, jährlich im Juli und August, an jedem Freitag im Schloßgarten stattfindet. Die Gäste erleben einen wunderschönen Abend mit vorzüglichem Essen und einer Verkostung der edelsten Tropfen des Weingutes, zu dem die bekannten Jazz-Klänge ertönen.

Die Geschichte des Landgutes

begann einst mit zwei Hektar, auf dem Gianni Masciarelli seine Weinproduktion startete, die dann zur Leidenschaft wurde. Er teilte diese mit seiner Frau Marina Cvetic, einer Serbin, die ihm mehr als 20 Jahre lang die Inspiration und Ideen lieferte. Heute besitzt die Familie Masciarelli über 400 Hektar Land, davon sind über 300 Hektar Weinbaugebiet.

Nach einer langen Erfolgsgeschichte weiß Marina Cvetic, was für den Montepulciano wichtig ist: „Er reift spät und benötigt viel Sonne, andererseits sind kühle Nachtwinde aus den Bergen wichtig, denn sie bringen Frische und Aroma, der Wein ist aber auch Ausdruck einer Landschaft”. Heute ist das Weingut Masciarelli ein vielfach ausgezeichnetes Weingut, das auch international einen Namen hat. www.castellodisemivicoli.it www.masciarelli.it

Eine andere Leidenschaft ist das Öl

Marina Cvetic widmet sich mit dem gleichen Enthuisiasmus der Olivenöl-Produktion in den Gemeinden Corropoli und Casacanditella, wie sie es auch für ihren Wein tut. Mit ca 4.000 Olivenbäumen werden vier verschiedene Sorten Olivenöl produziert: Carboncella, Dritta, Frantoio und Leccino. Jedes Öl hat seinen ganz eigenen Geschmack und ein unverkennbares Aroma. Die Verarbeitung erfolgt ganz nach alter Tradition – nämlich von Hand.

Die Ursprünge der abruzzesischen Küche liegen weit zurück:

Sie bezieht ihre Erzeugnisse aus Landwirtschaft, Fischfang und Schafzucht und zeigt, wie reich und abwechslungsreich die kulinarische Tradition ist. 

Zu den typischen Gerichten gehören die Maccheroni alla Chitarra, zu denen man Tomatensoße mit Lammfleisch ißt. Bei besonderen Festlichkeiten kann es sein, daß 30 verschiedene Gänge mit Fleisch, Fisch, Nudeln und Hülsenfrüchten aufeinander folgen, zu denen lokale Weine serviert werden. Dieser Brauch heißt „Panarda“ und geht auf das 19. Jh. zurück.

Zu den bekanntesten Spezialitäten zählen „Ziegen“ nach der Art von Nereto, „Mazzarelle“ nach Teramaner Art, die „Virtù“, die „Cicerchiata“, die „Caggionetti“, die „Scrippelle ‚mbusse“, die Fregnacce und Pute nach der Art von Canzano.

Wunderschöne Ausflüge in die Umgebung

Heute fahren wir bei herrlichem Wetter durch wunderschöne Landschaften mit ihren alten Dörfern, die tagsüber wie verlassen scheinen, aber abends lebendig werden. Wir werden schon im Felsenrestaurant „La Grotte dei Raselli“ erwartet, um mit verschiedenen Vorspeisen und wunderbaren Hauptgerichten – je nach Gusto – verwöhnt zu werden, dazu werden wieder herrliche Weine vom Weingut gereicht. www.lagrottadeirasell.it

Den nächsten Tag geht es an die Adriaküste – die Trabbocchiküste – sie liegt zwischen Ortona und Fossacesia Marina und ist mit ihren 3 bis 5 Meter hohen eigenwilligen Stelzen-Bauten im Wasser einer der schönsten Küstenabschnitte Italiens.

Seit dem 19. Jh. werden diese hohen Stelzen-Bauten, die einst auch den Reichtum einer Familie widerspiegelten, zum Fischfang genutzt.

Errichtet wurden sie dort, wo eine besonders gute Strömung sowie hoher Fischbestand sicher ist. Heute werden sie wegen ihrer besonderen Bauweise restauriert und gepflegt.

Wir schlendern am Kai entlang und kommen an einem der Stelzen-Bauten vorbei, wo eine fröhliche Gesellschaft mit Musik, gutem Essen (frischem Fisch) und Wein feiert. Sogleich werden wir herbeigerufen, um mit ihnen zu feiern und so erleben wir, was Fröhlichkeit, wirkliche Freude und Gastfreundschaft heißt.

Leider können wir nicht lange bleiben, denn wir wollen noch eine Fahrt zum Aussichtspunkt „Belvedere Marconi“ bei San Vito Chietino machen und die Altstadt mit ihrem historischen Zentrum besuchen. Hier erwartet uns einer der schönsten Panoramarundblicke über die Küste, das Maiella-und Gran Sasso-Massiv, die Stadt Ortona im Norden, die Adria und die Punta Penna sowie die Tremiti-Inseln.

Anschließend speisen wir im Fischrestaurant L’Angolino da Filippo  zu Mittag und genießen „the catch of the day“, der köstlich schmeckt und mit einem herrlichen Weißwein vom Weingut Masciarelli begleitet wird. www.langolinodafilippo.com

Leider rückt unser Abreisetag immer näher und unser letzter Besuch gilt dem historischen Städtchen „Guardiagrele“, das zu Füßen des Maiella-Massivs und nicht weit vom Nationalpark Maiella liegt. 

Wir machen einen Spaziergang durch die Altstadt mit ihren kleinen Geschäften, besuchen das Museum und bewundern das Schmiedehandwerk, das hier überall präsent ist. Danach folgt eine Fahrt in die Ausläufer des Nationalparks Maiella.

Am Abend besuchen wir ein typisches Restaurant in der Umgebung – das „Ristorante Ferrara“ – und verbringen zusammen mit Einheimischen einen feucht-fröhlichen und wunderbaren Abend mit typisch abruzzesischen Spezialitäten vom Feinsten, dazu werden wieder edle Tropfen, wie dem mit “Drei Gläsern” ausgezeichneten Montepulciano d”Abruzzo vom Weingut Masciarelli gereicht. Wir erlebten einen wunderbaren Abend, den ich nicht missen möchte! www.ristoranteferrara.it

Die Region Abruzzen ist noch ein Geheimtip, denn sie ist touristisch noch nicht erschlossen, so daßder Besucher auf ein Auto angewiesen ist. Auch stehen nur wenige Hotels zur Verfügung, die sich meist nahe größerer Städte und nahe dem Flughafen befinden. Wer einen ganz geruhsamen Urlaub plant, um zu wandern, die herrliche Natur, das gute Essen und den herrlichen Wein genießen möchte und dabei zu sich selbst finden will, wird hier ein wunderbares Paradies vorfinden, das seines Gleichen sucht.

Zur An- und Abreise:

Ryanair fliegt direkt ab Frankfurt Hahn und Düsseldorf Weeze nach Pescara, das etwa 30 Minuten vom Castello entfernt ist.

Ein Tipp für alle, die nach Rom fliegen, so könnte man die Abruzzen mit 1-3 Tagen (wird von nahezu allen deutschen Flughäfen angeflogen) kombinieren. Rom ist etwa 2 Stunden vom Castello entfernt, etwa eineinhalb Stunden wäre auch noch Ancona (u.a. direkt ab München, Düsseldorf, Berlin, Bremen, Dortmund, Frankfurt, Köln, Leipzig, Karlsruhe, Hannover, Stuttgart u.w.) zu nennen.

www.castellodisemivicoli.it

 

Fotos. S. Lüddecke

 

 

 

 

 

 

 

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Herausgeberin Bonnes Vacances – Magazin für VIP-Reisen bei PR-CONSULT Berlin
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