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Eine chaotische Urlaubszeit im 5-Sterne-Hotel Rixos Lares in Antalya

SANYO DIGITAL CAMERAWir wollten mit Freunden dem Weihnachts- und Neujahrs-Trubel in Deutschland entfliehen und entschieden uns, für zweieinhalb Wochen  das 5-Sterne Hotel Rixos Lares in der Türkei zu buchen , das direkt am Strand und nur 8 km vom Flughafen Antalya entfernt liegt.

Bei herrlichem Sonnenschein checkten wir in das dezent weihnachtlich geschmückte Hotel ein. Wir erhielten ein schönes Zimmer mit herrlicher Aussicht auf das Meer , den Garten- und die Pool-Landschaft, wir waren wirklich zufrieden ! Das sollte aber nicht lange so bleiben, DSC01132denn ein paar Tage später rollten Busladungen von Russen (über 60 % Anteil der Hotelgäste) sowie Türken mit Kind und Kegel an, die teilweise aus dem tiefsten Anatolien kamen. Von nun an war es mit der Ruhe im Hotel vorbei.DSC01158

Babys schrien in den vorgesehenen Ruhezonen und Kleinkinder rasten krakeelend mit ihren Skater-Turnschuhen mit Rollen (Heelys) bis sehr spät abends durch die langen Gänge, an denen zwei offene Bars liegen. Eine ungestörte Unterhaltung war von da an nicht mehr möglich. Die Eltern und auch das Hotelpersonal schritten nicht ein, um für Ruhe zu sorgen. Im Lobby-Bereich schliefen türkische Gäste lang ausgestreckt auf den Sitzmöbeln, so daß für andere Gäste die Sitzgelegenheiten knapp waren, die Hotelleitung unternahm auch dagegen nichts.

Besonders kritisch wurde es dann auch am Büfett, im Restaurant und beim Essen der russischen Gäste. Sie kannten keine Rücksicht und keinen Anstand, sie stießen, schubsten, drängelten und füllten ihre Teller bis zum Überlaufen.

An ihrem TiSANYO DIGITAL CAMERAsch angekommen, sortierten sie ihre Speisen, die, die ihnen nicht mehr zusagten, flogen dann teils auf das Tischtuch oder aber auf den Boden. Übervolle Teller DSC01143mit Bergen von Essensresten wurden einfach stehengelassen, die dann stoisch vom Service entsorgt wurden.  Die russischen Eßgewohnheiten waren teils so abstoßend, daß einem übel werden konnte.

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„probierte Mahlzeit, die zur Abfallentsorgung bereit steht“

In Abständen fegte ein Angestellter die heruntergefallenen Reste vom Boden sowie unter den Sitzplätzen fort. SANYO DIGITAL CAMERANebenbei liefen Kinder ausgelassen in ihren Heelys durch den Gang des Restaurants. Keiner sorgte für Ruhe. Uns taten die Kellner leid, die beim Servieren oft sehr behindert wurden und trotz allem  immer zuvorkommend, hilfsbereit und liebenswürdig waren, wir bewunderten sie dafür!

Es waren nicht nur russische Gäste sondern auch türkische, die wohl noch nie etwas von Eßkultur gehört haben. Ob groß ob klein, sie bedienten sich z. B. mit den Fingern, um Kostproben aus den Wärmebehältern am Büfett zu nehmen, wenn sie ihnen nicht mundeten, entsorgten sie die angebissenen Stücke in die Behälter zurück – uns verging der Appetit!

DSC01157An beiden Bars herrschte am Abend Hochkonjunktur und der Rubel rollte für das Trinkgeld, so daß die russischen Gäste beim Service Vorrang hatten. Andere mußten trotz lauter Beschwerden über eine halbe Stunde oder länger für ein Bier anstehen, sie wurden immer wieder von den russischen Gästen mit Ellenbogen zurück gedrängt. Den Service störte das nicht, angeblich hörte und sah er nichts, denn der Rubel rollte!

Auch die Sauberkeit der sanitären Anlagen ließ plötzlich zu wünschen übrig, denn es schien, als ob einige türkische Gäste und andere kein Toilettenbecken und -papier kannten.

SANYO DIGITAL CAMERAEine weitere Ernüchterung folgte dann Silvester. Für 1000 Gäste gab es ein Gala-Essen für das eine Teilnahmepflicht bestand. Als wir den großen Saal betraten, waren bereits die Tische mit angetrockneten alltäglichen Vorspeisen eingedeckt, die von uns probiert aber kaum gegessen wurden, da sie nicht schmeckten. Leider DSC01150gab es auf dem Tisch keine Karte mit der Speisefolge des Gala-Menüs, wie es doch eigentlich üblich ist, so daß wir vom Kellner jeweils vom nächsten Gang informiert wurden, was aus sprachlichen Gründen doch sehr schwierig war.

Der Hauptgang des Menüs war: „Rindfleisch Tornedo, Carstin Käse, Roquefort-Sauce und Bratkartoffeln, Morcheln und Blumenkohl mit Hollandaise Sauce“. Das Fleisch war zäh und nicht zu essen, es war eine Zumutung, dazu gab es den Weiß- und Rotwein, den wir sonst auch zu den üblichen Gerichten bestellen konnten. Von einem „Gala-Menü“ konnte man nur träumen! Unser gesamter 10er-Tisch sowie andere Gäste verließen daraufhin wütend den Saal.

 

Durch Zufall entdeckten wir dann im Haupt-Restaurant, daß für türkische Hotelgäste, die nicht am Gala-Dinner teilnehmen wollten, ein frisches und sehr ansprechendes Büfett angerichtet war. Wir ergriffen ohne zu überlegen die Chance, uns am Büfett zu bedienen und waren sehr zufrieden, andere Gäste zogen nach.SANYO DIGITAL CAMERA

SANYO DIGITAL CAMERADraußen auf der Terrasse sollte der Jahreswechsel mit Büfett gefeiert werden. Das Personal lief wie kopflos durcheinander, jeder Gast bekam ein halbes Glas süße „Spumante“ oder ähnliches, genannt „Champagner“, das wir sogleich entsorgten, weil es so scheußlich schmeckte. Plötzlich und ohne Ankündigung  ging zwar ein sehr schönes Feuerwerk los, das wohl den Beginn des Neuen Jahres verheißen sollte. Wir hatten damit gar nicht gerechnet und waren völlig überrascht davon, denn es gab keine vorherige Ankündigung, daß der Jahreswechsel zum Greifen nah war, es war ein trauriges Spektakel.

Gleichzeitig wurde auch das Büfett eröffnet mit: „Vom Kessel des Chefkochs – Kuttelsuppe“ und „Gegrillter Wurst- und Fleischbällchen“. Wir waren entsetzt über das Angebot, so daß wir und auch zahlreiche andere Gäste enttäuscht und schimpfend die Terrasse verließen, um dem ganzen Chaos ein Ende zu setzen. Noch nie haben wir uns so auf nach Hause gefreut!!!!

 SANYO DIGITAL CAMERAAll diese unschönen Vorkommnisse vermittelten uns den Eindruck, daß das Hotel mit der Zahl der Gäste (Europäer, über 60 % Russen sowie Türken) einfach überfordert und nicht mehr Herr der Lage war, die Übersicht über die geplanten Aktionen zu behalten.

Nach Rücksprache mit der Hotelleitung soll es in Zukunft all diese Mängel nicht mehr geben, man versprach Besserung. Ob das eingehalten werden kann, sei dahingestellt!

Es ist schade, denn das Rixos Lares hätte wirklich ein großes Potential, ein 5-Sterne Hotel zu sein. Es liegt in ruhiger Umgebung, direkt am Strand mit einer wunderschönen Garten- und Pool-Landschaft und ist in 15 Minuten vom Flughafen zu erreichen.
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Fotos: S. Lüddecke, P. Seibert

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Herausgeberin Bonnes Vacances – Magazin für VIP-Reisen bei PR-CONSULT Berlin
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