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Kerala – der stille Süden Indiens besticht mit seiner großartigen Landschaft, seinem gleichmäßig tropischen Klima und ist die Wiege der ayurvedischen Lehre

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Kerala ist der südwestlichste Bundesstaat Indiens und wird im Westen vom Arabischen Meer und im Osten von den hohen Westghats begrenzt.

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Die immer wechselnden herrlichen Landschaften mit ihren grünen Reisfeldern, den Wasserfällen und Plantagen – besonders aber die idyllischen Backwater, auf denen man das Land mit dem Boot von Norden nach Süden durchqueren kann, sind faszinierend. Die hochgelegenen, ausgedehnten Waldgebiete mit ihren zahlreichen Wildtieren, oder die großen Naturschutzgebiete wie das Tierschutzgebiet Periyar an der Grenze zu Tamil Nadu und die lange Küste mit ihren traumhaften Stränden machen Kerala zu einem der begehrtesten Reisezielen Asiens.

Schon im 3. Jh. v. Chr. war dieses Stück Erde Umschlagplatz und Treffpunkt für Chinesen, Ägypter, Phönizier, Babylonier, Araber, Juden und Römer, so dass schon im 4. Jh. hier die ersten jüdischen und christlichen Siedlungen entstanden. Heute gilt Kerala mit seinem sehr guten Gesundheitssystem, der geringsten Kindersterblichkeit, seiner Lebensqualität sowie der geringsten Analphabetenrate als der fortschrittlichste Staat Indiens.

Wir erreichen nach 12 Stunden Flug den Internationalen Flughafen von Cochin

Brunton Boatyard hotel Cochin
und werden schon erwartet. Mit dem Bus geht es dann zum altehrwürdigen Hotel Brunton Boatyard, das wunderschön in der Altstadt von Fort Cochin, direkt am Arabischen Meer liegt. Es besticht mit seiner indo-portugiesischen Architektur, seiner Geschichte und dem Charme des alten Cochin (www.cghearth.com).

Die Hafenstadt Cochin – auch Königin der Arabischen See genannt,
Kerala 2007- (1606) ist das Wirtschaftszentrum Keralas. Sie wurde einst von drei wichtigen politischen Mächten, den Kolattiri-Rajas, Zamorin von Calicut und dem Venad-Herrscher von Kollam beherrscht, bis die Portugiesen unter Vasco da Gama 220px-Vasco-da-gama-2 im Dezember 1500 im Hafen von Cochin landeten und die Alleinherrschaft übernahmen. In ihrer 160-jährigen Herrschaft gründeten sie ihre erste Handelsniederlassung und errichteten das Fort Manuel. Im 17. Jh. wurden sie dann von den Holländern vertrieben, die über 100 Jahre über Cochin herrschten, bis die Briten 1795 ihren Platz einnahmen.

Das natürliche Hafenbecken entwickelte sich schnell zum wichtigen Umschlagplatz für Gewürze. Besonders   der Pfefferhandel ließ den Ort prächtig gedeihen, so daß sich Herrscher, Händler und Kaufleute hier trafePfeffern und zahlreiche Spuren hinterließen. Das spiegelt auch noch heute die einzigartige Mischung der verschiedensten Kulturdenkmäler wider, die auf engstem Raum und nur in Kerala zu finden sind.

Heute ist Cochin geschichtlich, geographisch und atmosphärisch die interessanteste Stadt an der ganzen Malabarküste, die sich zu einer sehr lebendigen großen Hafenstadt mit alter Kultur entwickelt hat. Immer noch wird hier der alte, klassische Tempeltanz Kathakali, der im 17. Jh. entstand, und sich in Kerala zum Volks- und Ritual Tanz entwickelte, sehr gepflegt.

Am Abend werden wir eine Kathakali-Tanzvorführung erleben. Sie erzählt die Geschichten Ramayana aus dem „Ramavana“(„die Reise von Ramas“), das nach dem „Mahabharata“ das zweite indische Nationalepos ist.

Die Tänzer, die für ihre Ausbildung 6 Jahre benötigen, beeindrucken mit ihren eindrucksvollen Gesichtsmasken  (ihr schminken dauert allein über 3 Stunden), sowie mit ihren ausgefallenen Kostümen.Die  Vorführung wird von Trommeln und Gesang begleitet  und ist ein unglaubliches    Spektakel,das über Stunden geht. 

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Auf den Inseln und Halbinseln von Cochin findet man sieben ganz unterschiedlich gestaltete Stadtteile wieder, nur der Distrikt Ernakulam liegt auf dem Festland und ist der modernste und größte, zwar etwas unübersichtlich, aber ausgesprochen reizvoll. Sein gut ausgebautes Fährbootnetz sorgt dafür, dass die Boote, die zwischen den Lagunen, Inseln und Landzungen verkehren, alle wichtigen Plätze rund um den Hafen von Cochin verbinden.

Das Viertel „Fort Cochin“ ist das eigentliche Cochin,

das auf der Nordspitze einer Halbinsel liegt und die Zeit der Portugiesen sowie anderer Herrscher widerspiegelt. Hier befinden sich auch die meisten Sehenswürdigkeiten wie die berühmten Chinesischen Fischernetze (Kambevala) an der Bootsanlegestelle Fort Jetty Kerala 2007- (1048). Sie wurden von chinesischen Fischern im 14. Jh. hierher gebracht und gelten als das Wahrzeichen der Stadt. Für die schwere Holzkonstruktion, an der die Netze hängen, sind mindestens vier Mann nötig, um diese mittels schwerer Hebel bedienen zu können. Sehenswert ist außerdem das jüdische Stadtviertel Jew Town mit seinen alten engen Gassen und der Synagoge. Ganz in der Nähe steht die älteste europäische Kirche Indiens St. Fracis Church mit dem Grab Vasco da Gamas, mit dem Grab Vasco da Gamas, der 1524 in Cochin starb. Südlich davon liegt der dicht besiedelte und sehr lebendige, indische Stadtteil Mattancherry mit seinem geschäftlichen Treiben, den bunten Märkten sowie den ärmlichen Behausungen, die fast wie ein undurchdringlicher Dschungel wirken. Kerala_St._Francis_Church_1

Am nächsten Tag geht unsere Fahrt (185 km) weiter zum kleinen Ort Thekkady,

der das Eingangstor zu einem der schönsten Naturparks Indiens bildet und das Zuhause von 320 Vogel-, 45 verschiedenen Reptilien- und 62 Säugetierarten ist. Kerala 2007- (1208)

Unsere Fahrt nimmt kein Ende, es ist sehr feucht, warm und die Luft steht, die schmale, holprige Straße mit Löchern und Gegenverkehr und Kerala 2007- (1194)windet sich bergauf, bergab, bis wir endlich nach Stunden das Naturschutzgebiet Periyar-Nationalpark erreichen, das 110 km östlich von Kottayam, in den Regenwäldern der Kardamom Hills, einem Teil der Westlichen Ghats, liegt. Kerala 2007- (1180)Hier befindet sich das Periyar-Wildschutzgebiet, eines der wenigen Parks mit einem “echten Dschungel“, in dem besonders 40 bis 50 Meter hohe Eukalyptusbäume und Grasland wachsen.

Wenn man Glück hat begegnet man hier einem der 50 Tiger, aber bestimmt einer Elefantenherde, Wildschweinen oder auch einigen Hirsch- und vielen Vogelarten, leider hatten wir aber kein Glück damit!

Die holprige und mehrstündige Fahrt nach Kottayam ist ein wahres Erlebnis. Es geht weiter durch ein dicht besiedeltes tropisches Hügelland mit Palmen, Bananen und Reisfeldern Kerala 2007- (1326), hin und wieder auch durch eine Kakao Plantage.

Die Straße schlängelt sich dann fast nur durch Kaffee- und Kautschukplantagen, bis die ersten Pfeffer- und Kardamom Pflanzen, manchmal auch ein paar Arbeiter zu sehen sind. Dann, so weit das Auge reicht, liegen in 1800 Meter Höhe die Hügel der dunkelgrünen Teeplantagen , in denen sich Teefabriken und Arbeitersiedlungen befinden. An den Steilhängen formieren sich exotische Betelpalmen mit ihren mächtigen gefächerten Wedeln, dazwischen wieder Kardamom und Ingwer. Kerala 2007- (1374)Es regnet und die beschwerliche Fahrt geht weiter und offenbart uns immer neue Ausblicke. Es wird nun kühl und es scheint, als fahren wir in die Wolken, dann erreichen wir endlich nach vielen Stunden Fahrt die Grenze von Tamil Nadu und das Dorf Thekkady. Ganz in der Nähe befindet sich der Gewürzgarten sowie das Hotel Spice Village Spice Village jn Thekkady (E-Mail: spicevillage@cghearth.com) mit seinen 37 individuellen Bungalows, das wunderschön,   inmitten der Kardamom Hills liegt – nach 8 Stunden Busfahrt sind wir gerädert, aber glücklich!

Am nächsten Tag ist der Periyar-See unser Ziel,

der Teil eines genialen Bewässerungssystems ist und westwärts bei Cranganore ins Arabische Meer fließt. Der Damm des weitverzweigten Stausees leitet einen Teil der Wassermassen, die bei den Monsun Fluten über die Ufer treten, in den Nachbarstaat Tamil Nadu. Kerala 2007- (1218)

Auf diesem See machen wir nun eine Bootsfahrt , die zugleich beeindruckend und etwas unheimlich wirkt, denn die schwarzen Stämmen der „ertrunkenen Bäume“, die aus dem Wasser ragen und auf denen sich zahlreiche schwarze Vögel niedergelassen Kerala 2007- (1235)haben,

 

 

 

wirken im Nebel sehr gespenstisch und unwirklich. Am gegenüber liegenden Ufer, im satten Grün der Hügel, sehen wir Elefanten, Rehe und andere Säugetiere.

Keralas malerische Backwater – von den Einheimischen auch Kuttanad genannt,

erstrecken sich hinter Keralas Küste, von Kottayam im Norden bis Kollam im Süden und zählen zu einer der beeindruckendsten Landschaften Indiens. Kerala 2007- (1170)

 

In einem 1900 qm großen, ausgedehnten und unüberschaubaren Kanalsystem von Lagunen, Flüssen und Kanälen, das schon vor 1000 Jahren als Handels-Verkehrsweg genutzt wurde, treffen Salz- und Süßwasser aufeinander.


 

Unsere Fahrt geht weiter nach Kollam, die geschäftige Hafen- und Marktstadt.

-KollamSie liegt zwischen dem Meer und dem wunderschönen Ashtamudi See und ist der südlichste Ausgangspunkt für Fahrten durch die Backwater.  Der Ort war einer der Zentren des internationalen Gewürzhandels, der von arabischen, jüdischen und chinesischen Händlern angesteuert wurde. Daran erinnern noch heute die großen chinesischen Senknetze.

Wir haben etwas Zeit und schlendern durch die engen Gassen der Stadt, die von typischen Kerala-Holzhäuser mit ihren schönen Ziegeldächern und den vorspringenden Giebeln eingerahmt werden und ein wenig an die Südsee erinnern. In den Gassen können wir den Einheimischen bei der Verarbeitung von Kokosfasern in Seile und Fußmatten sowie beim Töpfern zusehen. Danach fahren wir durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft bis wir die

Hafenstadt Alleppey, auch „Venedig des Ostens“ genannt, erreichen,

die von zahlreichen Wasserläufen durchzogen wird, in denen herrliche Lilien- und Lotus Blumen blühen.

Kerala 2007- (1441)Alleppey ist Zentrum der Kokosfaserindustrie, Teppichherstellung und Garnelenzucht sowie Ausgangspunkt für die Fahrt durch die „Backwater“ (www.backwaterkerala.com). Hier findet zum Erntedankfest „Oman“ auch immer die berühmte Schlangenboot-Regatta mit ihren, bis zu 60 Meter langen Booten mit je 100 oder mehr Ruderern statt, die von Gesängen und Trommeln angefeuert werden. Es ist ein einmaliges Spektakel, das man nicht versäumen sollte.

Im Nebel geht es durch eine wunderschöne Landschaft weiter , die von unberührten Wäldern zu Reisfeldern und Bananen-Plantagen, von Kokos-Hainen zu kleinen Dörfern wechselt, deren Hütten oft nur auf wenigen Metern breiten Landstrichen stehen, bis wir Kumarakom, das grüne Inselparadies inmitten der Backwater erreichen.

Hier liegt am östlichen Ende des Vembanad Sees ganz romantisch, zwischen Kokospalmen und Kanälen, das Coconut Lagoon Resort Coconut Lagoon Resort Kumarakom (E-Mail: coconutlagoon@cghearth.com) mit seinen Bungalows, das nur per Boot über die Kanäle der Backwater erreicht werden kann.

Auf uns wartet schon ein traditionelles „Reis Boot“, das uns durch die weitverzweigten Kanäle und Lagunen des Vembanad Sees schippern wird. Kerala 2007- (1434)Wir genießen die Ruhe und Abwechslung und beobachten die spielenden Kinder und winkenden Einheimischen an dem vorbeiziehenden Ufer.

Es wird Abend und nun wird es ganz romantisch in den Backwaters. Die Fischer zünden auf ihren Einbäumen und kleinen Seglern Öllampen gegen Mücken an, so daß es den Anschein hat, daß kleine Lichter langsam über das Wasser gleiten und dabei die Luft mit dem Duft exotischer Gewürze füllen – es ist wunderschön ! Kerala 2007- (1448)

Die alten Reis Kähne wurden in der landestypischen Bast- und Bambus Bauweise zu luxuriös ausgestatteten Hausbooten umfunktioniert. Sie sind zu mieten und kreuzen u. U. tagelang auf den glasklaren, malerischen Kanälen und Lagunen, vorbei an Millionen von Kokospalmen, die sich im sanften Wind wiegen.

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Unsere letzte Stadionder ist der Strandort     Kovalam,

den wir auf dem Highway 47, entlang der Südküste Keralas erreichen. Er zählt zu einer der schönsten Bade-Destinationen Indiens und besticht mit langen, feinsandigen und palmengesäumten Stränden. Hier stand einst auch der Palast des Maharajas. The Leela Kovalam Beach Kovalam Beach

Auf der Spitze eines Felsen liegt malerisch das Hotel The Leela Kovalam Beach (www.kempinski-kovalam.com), das auf die traditionellen Ayurveda-Heilmethoden spezialisiert ist. Es befindet sich zwischen zwei Stränden mit Blick auf die Küste von Kovalam.

 

Unsere Reise ist nun fast zu Ende
und wir fahren weiter nach Trivandrum, die Stadt der heiligen Schlange, die wir noch kurz vor unserem Abflug besichtigen werden.

Die Hauptstadt mit ihren zahlreichen Palmen ist auf sieben Hügeln erbaut und hat kaum nennenswerte Sehenswürdigkeiten. Trotz der breiten Straßen herrscht hier kein Verkehrschaos oder aber extreme Hektik. Auch die repräsentativen Gebäude aus der Kolonialzeit sowie die Wohnhäuser im typischen „Kerala Stil“ wirken eher provinziell. An beiden Enden der Hauptgeschäftsstraße Mahatma Gandhi Road befinden sich alle Sehenswürdigkeiten wie das, im Süden liegende Fort mit der rechtwinklig angelegten Altstadt.

Durch das sehr schöne alte Stadttor Trivandrum altes statdt- tor erreichen wir direkt den Hindu-Tempel Padmanabhaswami-Tempel mit dem Wahrzeichen des 17 Meter hohen 7-stöckigen Torturms (Gopuram). Er ist von alten Brahmanen-Häusern mit Schnitzereien umgeben und spiegelt sich im Tempelteich wider. Thiruvanthapuram_Temple

 

 

 

Am besfährt dann in Richtung Norden. Hier laden zahlreiche ten man nimmt sich von hier eine Motor-Rikscha und Antiquitäten- und Kunsthandwerksläden sowie der bunte, quirlige  Connemara-Markt, auf dem  es alles gibt und der zum Feilschen und Kaufen einlädtKerala 2007- (1341) .

Nicht weit entfernt von hier, befindet sich der Zoo, der auch gleichzeitig Botanischer Garten ist sowie das Kunst und Naturkunde Museum Napier-Museum Napier_Museum_. Gleich nebenan, in einem kleinen Sommerpalast, liegt die Shri Chitra Art Gallery, in der neben Gemälden indischer Schulen und Epochen auch chinesische, japanische und tibetische Arbeiten zu sehen sind.

 

 

Trotz seiner großen Armut ist Indien ein unwahrscheinlich gastfreundliches Land mit einer Fülle von Reizen, die alle Sinne fordern. Seine stolzen und liebenswürdigen Menschen sind von der Religion geprägt, die auch ihren Alltag bestimmt. Wir sind fasziniert und doch geschockt und werden dennoch von der wunderbaren Facettenvielfalt des Landes, den Farben und Gerüchen gefangen genommen.

 

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www.keralatourism.org

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Herausgeberin Bonnes Vacances – Magazin für VIP-Reisen bei PR-CONSULT Berlin
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