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Unsere Reise führt uns diesmal zu den griechischen Inseln Lesbos und Limnos, die vulkanischen Ursprung haben und an mehreren Stellen bis nahezu tausend Meter über dem Meer liegen.

lesvos

Ich werde zuerst über die drittgrößte Insel Lesbos berichten, die zu den fruchtbarsten Gebieten Griechenlands gehört und mit ihrer facettenreichen sehr schönen Landschaft begeistert . Fast die Hälfte der Insel besteht aus hügeligem Land mit Oliven-, Obst- und Walnußbäumen sowie Kiefern- und Eichenwäldern.

Die Haupteinnahmequelle der landwirtschaftlich geprägte Insel ist das qualitativ hochwertige Olivenöl, die Käse- und Ouzo Produktion sowie die Fischerei und Salzgewinnung im Golf von Kalloni.P1010251

Neben ihrer kulturellen Vergangenheit beeindruckt die Insel mit mittelalterlicher und osmanischer Architektur, wunderschönen Stränden sowie Thermalquellen und einer authentisch traditionellen und gastfreundlichen Lebensart.

Bis jetzt wurde Lesbos noch nicht vom Tourismus überrannt, was sich aber in der letzten Zeit zu ändern P1010206scheint. Hauptsächlich werden die Orte Molivos und Petra besucht, die sich aber trotz allem, ihren ursprünglichen Charakter erhalten haben.

Wir erreichen am Nachmittag den kleinen Mytilini International Airport , der nur ca. 8 km vom Zentrum entfernt liegt.

Bevor wir die Stadt besichtigen machen wir eine kurzeP1010204 WanderungP1010201 durch ein sehr schönes Waldgebiet in der Gegend von Labou Myloi, und besuchen das römische Aquädukt, das sich ganz versteckt in einem Tal befindet.

Danach geht es weiter in das Bergdorf Agiassos, das zwischen uralten Kastanien und mächtigen P1010232Platanen, am Hang des Olymp liegt.P1010218

Der malerische Ort mit seinen engen Kopfstein gepflasterten Gassen und den wunderschönen alten Häusern mit ihren von Blumen überwucherten Holzveranden wirkt wie das Foto einer Postkarte. Man fühlt, daß hier die Traditionen noch sehr gepflegt werden. Überall findet man Produkte uralter P1010222Handarbeiten wie Töpferwaren und Holzschnitzereien. P1010224Die Kirche der “Agia Panagia”, der “Heiligen Mutter Gottes” nimmt einen wichtigsten Platz ein. Jedes Jahr, am 15.August, pilgern zahlreiche Gläubige hierher, um ihr zu huldigen. In der Kirche befindet sich eine Ikone aus dem 4. Jh. n. Chr., sie soll die Macht haben, Wunder zu vollbringen.P1010225P1010228

Die malerische Hafen- und Hauptstadt Mytilini

ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Insel und blickt schon seit der Antike auf zwei Häfen zurück. Der wichtige Nordhafen mit seinem osmanischen Turm wird heute nur noch von Fischern genutzt und der große quirlige Südhafen mit der langen Hafenpromenade, an der Restaurants, Geschäfte und Hotels liegen, dient den großen Fähren, die hier vor Anker gehen. P1010569

Die Stadt wurde auf sieben Hügeln erbaut und wird von der überall sichtbaren, gewaltigen Burg, “Kastro” überragt, in der im Sommer Konzerte, Theater- und Opernaufführungen sowie Festivals stattfinden.

Die zahlreichen und eindrucksvollen, neoklassischen Herrenhäuser werden von der imposanten Kirche Agios Therapon mit ihren silberglänzenden Kuppeln und originellen Architektur dominiert. Sie beeindruckt mit verschiedenen Stilelementen darunter Barock, Rokoko, Neoklassik sowie von gotischen Elementen. All das spiegelt noch heute den einstigen Reichtum ihrer Erbauer wider.

Es wird Abend und wir checken im Hotel Helitrope einP1010360P1010361, das sich direkt am Strand von Vareia befindet und nicht weit vom Flughafen entfernt liegt. Die netten Zimmer mit Balkon sind wohnlich eingerichtet und eine große Terrasse des Hotels lädt zum Entspannen ein. www.heliotrope.gr

Taverne in Lesbos P1010193Danach geht es zum AbendessenP1010196P1010197 nach Epano Skala, wo wir in einer typisch griechischen Taverne mit mediterranen Köstlichkeiten, einem kulinarischen Querschnitt von „Mezedes“ (Vorspeisen), herrlichem Wein und Ouzo sowie der typischen griechischen Herzlichkeit verwöhnt werden.

Unsere Tage sind sehr getimt,

und so geht es am nächsten Tag zur ionischen Tempelanlage von Messa, P1010233die im 4. Jh. P1010241vor Christus erbaut und Zeus, Hera und Dionysus gewidmet wurde. Sie befindet sich inmitten der Insel und ist eine der schönsten und gepflegten archäologischen Stätten.

Dann fahren wir weiter durch malerische kleine Dörfer entlang am Golf von Kalloni und erreichen das Dorf Kalloni, das in einer P1010315fruchtbaren Ebene liegt Hier befindet sich auch ein Sumpfgebiet mit Teich, indem sich überP1010311 hundert Wasserschildkröten, Schlangen und Fröschen tummeln. Weiter geht es vorbei an Salinen wo exotische Vögel, Flamingos, weiße Reiher und Schwarzstörche zu sehen sind.

Am Mittag besuchen wir das kleine Dorf PETRA, das sehr vom Tourismus geprägt ist.

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Es befindet sich ca. 55 km von Mytilini entfernt und liegt direkt am Meer. Es besticht durch seine wunderschöne Lage zwischen Olivenhainen, der fruchtbaren Ebene und den fast 1000 Meter hohen Bergen. Der lange Sandstrand, der zu den schönsten der Insel zählt, ist ein idealer Ort zum Entspannen.

Mitten im Dorf erhebt sich ein 40 Meter hoher Fels, der dem Ort seinen Namen gab. Eine steile Treppe führt mit 114 Stufen zum Gipfel, auf dem die 1747 erbaute Marienkirche “Panagia Glikofilousa” P1010269thront. Der Panoramablick von hier ist grandios !

Besonders sehenswert ist auch die „Agios Nikolaos Kirche“ mit ihren alten Fresken sowie die sehr gut erhaltenen Patrizierhäuser.P1010282 Eines dieser Häuser war die Residenz des “Archontiko Varitzidaina” (17. Jh.), das heute ein Museum ist und mit ihren herrlichen Deckengemälden beeindruckt. Die zahlreichen kleinen Hotels, Pensionen, Restaurants,P1010285 Tavernen und Bars sowie die P1010284Souvenir Läden des Dorfes laden zum Kaufen und Verweilen ein. Der quirlige Hauptplatz Skala Kalloni und die lange Uferpromenade mit ihren Restaurants und Cafés sind sehr beliebt, besonders am Abend, wenn die Sonne untergeht. P1010256

Der Hunger und Durst macht sich bei uns bemerkbar und wir kehren in ein sehr nettes Restaurant P1010285ein, wo wir wieder mit einer großen Auswahl an Vorspeisen verwöhnt werden. Unser Tisch kann kaum noch etwas aufnehmen, denn die Platten mit frischen Salaten, Lammfleisch, Feta-Käse, gefüllten Weinblättern, Moussaka sowie frischem Fisch und Meeresfrüchten ist P1010287zum Überquellen voll. Alles ist so verführerisch, daß man gar nicht mehr aufhören möchte zu essen, dazu werden die herrlich griechischen Weine und Ouzo gereicht – es ist einfach toll !

Nach so viel gutem Essen müssen wir uns erholen und wir erreichen den Ort Molivos, wo wir P1010291im Delfina Hotel & Bungalows einchecken, das sich direkt am Strand, nicht weit vom Stadtzentrum befindet. Seine 25 qm großen Zimmer sind einfach eingerichtet mit P1010293wunderschönem Blick auf die Berge und Burg. http://hotel.delfinia.com

Es ist sehr warm und das herrliche Meerwasser lädt zum Baden ein, aber leider ist unser Programm so straff, daß wir unsere Füße nicht einmal kurz ins Meer halten können, so fahren wir wieder weiter in den

autofreien, denkmalgeschützten und touristischen Hauptort der Insel „Molivos“,

der an Lesbos Nordspitze und nur ca. 10 km vom türkischen Festland entfernt liegt. Seine kleinen SteinhäuserP1010263 mit den roten Ziegeln, so scheint es, klammern sich an einen Berg, auf dessen Gipfel sich die mittelalterliche Burg „Gattelusi-Kastel“ befindet. Wir erreichen sie über kleine TreppengassenP1010301 , was bei der Hitze von 34 °C nicht leicht ist. Aber die P1010299großartige Aussicht über den romantisch wirkenden Ort sowie die Ägäis läßt alle Strapazen vergessen. P1010297

In der Nähe wohnt der Maler Stelios, zu dem wir noch einen kurzen Abstecher machen, um seine sehr schönen Bilder von der nahen Umgebung zu bewundern.

In Molivos sind die Häuser, die von der Türkenherrschaft des 18. Jhs. geprägt sind, auch heute noch sehr gut erhalten. Fast mittelalterlich wirkt das Zentrum mit seinen engen Gassen, die vorbei an Höfen mit duftenden Geißblättern, Bougainvilleen, kleinen Geschäften und gemütlichen Restaurants führen. Auf einem Felsen thront die weiße Kirche „Panagia Gorgona“ und außerhalb des Ortes befindet sich der Strand. Vom kleinen Hafen, der hauptsächlich von Fischern genutzt wird, fahren kleine Schiffe zum malerische Fischerdorf Skála Sikaminiás,Sikaminia_01 das direkt gegenüber der türkischen Küste liegt.

Am nächsten Tag geht unsere zweieinhalb stündige Fahrt über Skalohori nach Sigri,

wo wir im sehr hübschen Dorf Vatousa DSCN0305eine Kaffeepause einlegen. In einer engen, sehr quirligen Gasse, die von grünen Ranken fast zu gewachsen ist, befinden sich zahlreichen Geschäfte P1010303und nette Restaurants, die zum Kaufen und Verweilen einladen. Wir schlendern anschließend durch das malerische Dorf und kommen vorbei an einem 35 m hohen Felsen mit der Kapelle Panagia Glykofilousa, in der sich zahlreiche Kronleuchter, Ikonen und Malereien befinden.

Nicht weit entfernt liegt das idyllischen Dorf Eressos, das von einer Mondlandschaft mit kahlen Bergen und bizarren Felsformationen umgeben ist.skala-eressos009

Der Kult um diesen Ort entstand durch die griechische Dichterin Sappho, die sich selbst als große Lyrikerin bezeichnete und Alkeus, beide wurden hier geboren. Seit der achtziger Jahre ist der Ort ein Magnet für Lesben aus aller Welt und ein Zentrum für geistig gesinnten Menschen, sowie ehemalige Hippies, Homosexuelle, Frauen, Familien mit Kindern und Paare. b_campoantissa

Besonders reizvoll ist der 3 km lange Sandstrand, der einer der schönsten Strände Griechenlands sein soll. Hier befinden sich zahlreiche kleine Geschäfte, sehr gute Restaurants, Cafés und Bars, die besonders bei spektakulären Sonnenuntergängen. Leider war auch hier die Zeit zu kurz, um einmal baden zu gehen, wir vermissen es sehr !! P1010419

Es sind 35 °C und wir fahren weiter nach Sigri, das an der Westküste der Insel liegt. Hier befindet sich der „Versteinerten Wald“ , der sich über eine Fläche von 15.000 Hektar P1010341erstreckt, mit seinen versteinerten Baumstämme, P1010335Ästen, Sträucher u. a.. Er wurde zum Naturdenkmal und zum UNESCO Kulturerbe „European Geoparks“ erklärt. stiloidis_el_GRDie Eindrücke sind wirklich spektakulär und das dazugehörige 1994 eröffnet Museum sehr interessant.

Nach diesen Eindrücken geht es zurück nach Mytilini und wir übernachten im Hotel Elysion, das gegenüber dem Strand Neopoli und nur 1,2 km vom Flughafen und drei km vom Theofilos Theriade Museum entfernt liegt. Es ist ein sehr schönes Hotel.

Wir haben wunderschöne Tage auf der Insel verbracht, die von vielen Eindrücken geprägt waren. P1010369Lesbos besticht durch ihre herrliche Landschaft, die liebevollen Menschen, deren Gastfreundschaft grenzenlos erscheint sowie ihrer bedeutenden Geschichte und Kultur. Nicht zu vergessen ist die fantastische gute nationale – und internationale Küche, die zum Essen verführt und süchtig macht !!!

www.lesvos.gr

Text u. Fotos: S. Lüddecke

Der Bericht über Lemnos erscheint demnächst !

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Herausgeberin Bonnes Vacances – Magazin für VIP-Reisen bei PR-CONSULT Berlin
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