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Die historische Domstadt Naumburg

Bei sehr mildem und schönem Wetter erreichen wir nach zwei Stunden mit dem ICE von Berlin die fast tausendjährige Stadt Naumburg, die inmitten des hügeligen Burgen- und Weinlandes Saale-Unstrut im Naturpark „Saale-Unstrut-Triasland“ und an der Straße der Romanik liegt.

Schon von weitem erblicken wir das viertürmige Wahrzeichen der Stadt, den Naumburger Dom.

Da uns der Magen knurrt, kehren wir erst einmal zum Mittagessen in den netten Gasthof „Zur Zufriedenheit“ ein und werden mit einem herrlichen Essen verwöhnt.

Glücklich und gestärkt treffen wie uns nun mit dem Intendanten Stefan Neugebauer vom „Kleinsten Stadttheater Deutschlands“, dem „Naumburger Theater“. Er leitet die Bühne seit 2015, und das mit nur vier Schauspielern und weiteren sieben Mitarbeitern hinter der Bühne. Wir machen einen kurzen Rundgang durch das kleine Theater und sind fasziniert, was man trotz Platzmangel alles schaffen kann – Hut ab! Das Theater wurde bereits mit dem Theaterpreis des Bundes 2017 ausgezeichnet. Dann machen wir noch einen Rundgang durch die ehemalige Naumburger Justizvollzugsanstalt, die am „Salztor“ liegt. Zu DDR-Zeiten waren hier die Gefangenen sehr menschenunwürdigen Haftbedingungen ausgesetzt, heute werden hier Matinee mit Lesung und Gespräche sowie Theatervorstellungen angeboten.

Nach all den Eindrücken werden wir jetzt die mittelalterliche Altstadt unsicher machen.

Als erstes lockt uns der Naumburger Dom St. Peter und Paul, der im 13. Jh. erbaut wurde, sowie der Marktplatz mit seinen historischen Bürgerhäusern und dem Renaissance-Rathaus.

Der Dom zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Romanik und Gotik aus der Zeit des europäischen Hochmittelalters.  

Wir bewundern unter anderem die weltberühmten 12 Stifterfiguren im Westchor, die zu den bedeutendsten deutschen Skulpturen des Mittelalters gehören und vom „Naumberger Meister“ in der Mitte des 13. Jh. aus Sandstein gefertigt wurden. Bewundernswert ist auch die Statue der „Heiligen Elisabeth von Thüringen“ des Bildhauers Heinrich Apel oder auch die farbigen Glasfenster in der Elisabeth Kapelle, die Neo Rauch entworfen hat.

Ein besonderes Highlight der Romanik und Gotik ist die Figur der Marktgräfin Uta des „Naumburger Meisters“, sie galt als die „schönste Frau des Mittelalters“.

Besonders einladend sind der Kreuzgang sowie der große Domgarten, der 2011 neu gestaltet wurde und mit seinen blühenden Pflanzen, Teichen und alten Mauern eine besondere Ruhe ausstrahlt. Die wunderschöne Parkanlage, die zusammen mit den umliegenden Domherrenhäusern ein großartiges Architekturensemble bildet, ist auch ein Werk des „Naumburger Meisters“. Es ist kein Wunder, daß der Naumburger Dom als UNESCO-Welterbestätte nominiert ist.

Leider ist unsere Zeit begrenzt, so daß wir unsere weiteren Besichtigungen ein anderes Mal nachholen müssen.  

Nun machen wir noch einen kurzen Rundgang durch die mittelalterliche Altstadt und den Marktplatz, der mit seinen prächtigen Hausfassaden, den imposanten Bürgerhäusern sowie verträumten Gassen und Winkeln aus dem Mittelalter den einstigen Naumburger Reichtum widerspiegelt.

Es ist schon spät geworden

und wir erreichen die Kleinstadt „Freyburg“ an der Unstrut, die in einer wunderschöner Landschaft liegt und das Zentrum des Weinanbaugebietes „Saale-Unstrut“ ist. Seit dem Mittelalter werden hier ca. 50 verschiedene Rebsorten auf den Muschelkalk- und Buntsandsteinböden angebaut, wie die Weinsorten: Müller-Thurgau, Weiß- und Grauburgunder, Bacchus oder Riesling,

Wir genießen die herrliche Umgebung, die von Auen, satten Wiesen, Hügeln und Wäldern umgeben ist, und erreichen unser Berghotel „Zum Edelacker“, das von Weinbergen und Weinbergterrassen umgeben ist. Nun freuen wir uns auf unser Abendessen, das gleichzeitig auch eine kulinarische Weinverkostung ist, die uns die Unterschiede des edlen Saale-Unstrut Weins näher bringt.

Der nächste Tag führt uns in die Goethestadt Bad Lauchstädt.

Bis in das 9. Jh. läßt sich die Geschichte dieser Stadt zurückverfolgen, die slawischen Ursprungs ist. Auch Goethe und Schiller sind hier für ihre Theatergeschichte bekannt. 1802 entstand hier das „Goethe-Theater“ mit seiner alten noch heute funktionierenden Theaterbühnentechnik, die beeindruckend ist. Auch das „Neue Schillerhaus“ aus dem 18. Jh. zeigt eine Dauerausstellung zur Geschichte des Theaters von 1761 bis heute. Mit zur Ausstellung gehört auch das klassizistische Interieur von 1805, das sehenswert ist.

Um 1700 wurde durch Prof. Hoffmann eine Heilquelle entdeckt, die die Stadt Lauchstädt zum „Bad“ werden ließ, damit begann ihr Aufstieg zum kursächsischen Luxus- und Modebad, dem sogenannten „Sächsischen Pyrmont“.

Um den Brunnen herum entstanden die historischen Kuranlagen, die noch heute in Betrieb sind.

1802 wurde das alte Theatergebäude durch einen neuen original erhaltenen Theaterbau nach Goethes Entwürfen ersetzt, es ist sehenswert. Anschließend speisen wir in den „Lauchstädter Gaststuben“, die sich auch in den Historischen Kuranlagen befindet.

 

 

Nun geht es bei herrlichem Wetter zum Tagebaurestsee „Geiseltalsee“,

der mit seinen ca. 1840 ha der größte künstliche See Deutschland ist. Er liegt in einer wunderschönen Natur mit nur einem Weinberg, dessen Reben besonders kräftig sind, 2008 wurde er sogar als innovativster Weinberg mit einem Zukunftspreis ausgezeichnet.

Um den See herum führt ein 28 km lange „Geiseltal-Rundweg“, der ideal für Wanderer, Radfahrer und Skater ist. Wer es aber lieber bequem haben möchte, der steigt am besten in den „Geiseltal-Expreß“, der täglich über den See fährt. Wasser- und Sonnenliebhaber kommen hier auch nicht zu kurz, sie haben viele andere Möglichkeiten wie z.B. einen Besuch beim Winzer oder aber die traumhafte Gegend zu erkunden, langweilig wird es nicht.

Zurück geht es nun wieder nach Freyburg,

wo wir das „Schloß Neuenburg“ besichtigen, das 1090 errichtet wurde und majestätisch über der Stadt thront. Das Schloß ist die älteste und größte Burg der Landgrafen von Thüringen. Wunderschön ist ihre um 1180 errichtete Doppelkapelle mit dem Wehrturm, von dem man einen herrlichen Blick auf Freyburg und das Unstruttal hat.

Heute ist das Schloß ein Museum, das mit Ausstellungen zur hochmittelalterlichen Blütezeit sowie mit wechselnden Sonderausstellungen und einem Weinmuseum begeistert. Nun geht es zurück zu unserem Hotel „Edelacker“ zum Abendessen.

Leider ist heute unser Abreisetag.

Nach dem Check-Out geht es nach „Wangen“, wo sich das Hotel „Waldschlößchen“ in einer landschaftlich sehr reizvollen Gegend inmitten des Naturparks Saale-Unstrut-Triasland befindet. Bei sonnigem Wetter lockt die „Waldschlößchen Terrasse“, wo wir gemütlich und köstlich zu Mittag speisen, um dann die nicht weit entfernte

„Kreisgrabenanlage von „Nebra“ zu besuchen.

Schon von weitem erblicken wir das Besucherzentrum des Fundortes der Himmelsscheibe, das 2007 mit einem hauseigenen Planetarium eröffnet wurde. Die Himmelsscheibe von Nebra diente schon vor 3600 Jahren als ein astronomisches Gerät und galt als die älteste Himmeldarstellung der Welt. Durch sie ließen sich Sonnen- und Mondjahr synchronisieren, so daß man durch sie die Termine für Aussaht und Ernte bestimmen konnte. In einem sehr informativen Film des Planetariums wird sehr anschaulich und spannend eine Reise in das Universum der Bronzezeit gezeigt, den man sich unbedingt ansehen sollte!

Anschließend fahren wir zum naheliegenden 30 Meter hohen Aussichtsturm mit einer Sichtachse zur Sonnenwende, der sich am Fuße des Mittelberges, inmitten eines dichten Waldes befindet. Hier liegt auch der Fundort der berühmten Bronzescheibe von Nebra, die 1999 rein zufällig entdeckt wurde sowie auch andere Funde.

Nach so vielen Eindrücken geht es weiter  

zum Aussichtspunkt von „Zscheiplitz“, einem Ortsteil von Freyburg. Hier steht noch die Ruine eines alten Nonnenklosters mit Klosterkirche aus dem12./13. Jh. und ein Aussichtsturm. Von hier hat man einen weiten Blick über das Unstruttal mit seinen terrassenförmig angelegten Weinbergen und den grünen Wäldern. Bevor unsere Reise nun zu Ende geht, besuchen wir noch

 

 

die traditionsreiche „Rotkäppchen Sektkellerei“ in Freyburg.

 

Sie verwöhnt seit 1856 ihre Kunden mit herrlich prickelnden Sekten, so daß damit auch eine sehr interessante Sektgeschichte entstand. Eindrucksvoll ist der überdachte denkmalgeschützte Lichthof mit dem historischen Kontorgebäude, eines der ältesten Industriehallen Deutschlands, dessen Baustil einem italienischen Barockpalazzo ähnelt.

Unsere Führung beginnt mit einem Gas Sekt und einer kurzen Einführung, dann geht es durch die fünfgeschossigen historischen Kelleranlagen, in denen wir dann sehr interessante Informationen über die verschiedenen Stufen der Sektherstellung erhalten. So wird uns z. B. im „Rüttelkeller“ das Verfahren der traditionellen Flaschengärung erklärt. Sehr beeindruckend ist der fünfstöckige in den Fels gehauene Keller sowie das Domkellergewölbe mit dem größten deutschen Cuvéefaß, das aus 25 Eichen gebaut wurde und ein Fassungsvermögen von 160.000 Litern hat, es ist unglaublich!

Die Führung ist sehr interessant und informativ, so daß wir gerne noch länger zugehört hätten, aber wir müssen leider zum Bahnhof.

 

 

Den „Rotkäppchen Sekt“ gibt es in sechs Varianten des sogenannten „Traditionssortiments“,

Rotkäppchen Sekt, Traditionssortiment (Tankgärung), Cuvée Rubin

Rotkäppchen Sekt b.A., ist eine limitierte Auflage und klassische Flaschengärung ,

Außerdem gibt es noch das schaumweinhaltige Getränk „Mocca Perle“ und die weinhaltigen Mischgetränke Rotkäppchen „Fruchtsecco“, das ein fester Bestandteil des Sortiments ist. Er ist ein

erfrischend belebender kaffeehaltiger Schaumwein, der in 0,2-Liter-Flaschen verkauft wird.

 

Leider ist nun unsere sehr schöne Reise zu Ende, die uns durch unberührte Landschaften mit Weinbergen, Steilterrassen, jahrhundertealte Trockenmauern, romantische Weingüter und Weinbauinseln sowie malerische Flußtäler führte. Wir sind begeistert von Region Saale-Unstrrut.

www.saale-unstrut-tourismus.de

Fotos: Dr. W. Kubak, S. Lüddecke, M. Rutkowski, Transmedial.

 

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Herausgeberin Bonnes Vacances – Magazin für VIP-Reisen bei PR-CONSULT Berlin
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