BURGUND – EINE GESCHICHTSTRÄCHTIGE REGION, DIE REICH AN SEHENSWÜRDIGKEITEN IST.

Wir erreichen am Nachmittag nach Flug und Bahn das Städtchen „Montbard“ mit seinen ca. 5400 Einwohnern, das nordwestlich von Dijon am Fluß „Brenne“ sowie dem „Canal de Bourgogne“ liegt. Wir werden bei herrlichem Sonnenschein schon am Bahnhof erwartet, dann geht es zum „Hotel de I’Ecu“, wo wir nur schnell unsere Koffer abstellen und weiter zur „Abtei Fontenay“ fahren, die sich im Norden von Burgund befindet und 1118 vom Heiligen Bernhard von Clairvaux gegründet wurde.

Unsere Fahrt geht durch eine herrlich grüne Landschaft mit Wäldern und Hügeln, vorbei an alten, kleinen mittelalterlichen verschlafenen Dörfern, die, so scheint es, aus ihrem Schlaf geweckt werden möchten. Dann erreichen wir die „Abtei Fontenay“ mit der älteste Zisterzienserkirche, die mit ihrer Größe und Schlichtheit begeistert.

Bewundernswert ist die von 1139 bis 1147 errichtete Abteikirche, in der sich die aus dem 13. Jahrhundert überlebensgroße Statue „Madonna von Fontenay“ befindet. Eindrucksvoll sind auch die Meisterwerke aus dem 15. Jahrhundert, zu denen u. a. das Dormitorium, der Kreuzgang, der als Meisterwerk der Romanik gilt, der Kapitelsaal und Taubenturm sowie die alte Schmiede aus dem 13. Jahrhundert, die auch eine wichtige Einnahmequelle des Klosters war. Die Abtei Fontenay ist Eigentum der Familie „Aynard“ und ist bis heute das einzige UNESCO-Weltkulturerbe in Privatbesitz.

Nun ist es spät geworden

und wir fahren zurück zum Hotel und checken ein. Unser Zimmer läßt leider zu wünschen übrig, von Sauberkeit kann man nur träumen, es ist eine Zumutung.

Am Abend knurrt unser Magen und wir begeben uns in den Eßraum des Hotels, der Tisch ist für uns schon gedeckt, ich bin gespannt. Dann kommt die Überraschung, serviert wird eine kleine Entenkeule, die kaum zu schneiden ist, denn sie ist noch nicht gar, teilweise blutig, so daß wir sie zurückgeben. Ohne ein Wort wird abgeräumt, Ersatz wird uns nicht angeboten und unser Magen knurrt weiter! Dann werden uns fünf kleine dünne Ecken Käse gereicht, so daß wir dann wenigstens etwas im Magen haben.

Am nächsten Morgen ist 6 km Wandern angesagt.

Nach dem Frühstück geht es nach Buffon, wo unser Wanderweg beginnt und der direkt am Burgund-Kanal entlang geht. Wir kommen vorbei an herrlich blühenden Wiesen, auf denen weiße Kühe ihr zu Hause haben sowie an Schleusen, die für den Höhenunterschied des Wassers zuständig sind, sonst ist der Weg aber nicht weiter aufregend.

Nach 6,5 km erreichen wir das Dörfchen Buffon und besichtigen die „Schmiede du Buffon“ des Grafen Georges-Louis Leclerc, der hier ab 1768 seine Stahlprojekte im Hochofen bearbeitete. Die Schmiede bestand aus einem Fabrik- und einem Wohnkomplex. Durch ein Hochwasser 1866 wurde die Stahlindustrie beendet und ein Zementwerk entstand. Heute gehört das riesige Anwesen seit 1860 der gleichen Familie in 6. Generation, die hier immer noch lebt und die Gebäude erhält.

Nach so viel Information und Besichtigung kehren wir nun bei herrlichem Wetter auf der Terrasse eines sehr netten Restaurants zum Mittagessen ein, das köstlich schmeckt.

Dann geht es weiter nach „Touillon“ einem alten Dorf mit Brunnen und Waschhaus. Im Zentrum und am Ende des mittelalterlichen Dorfes überspannt eine alte römische Brücke den Fluß „Armancon“. Dann geht es weiter durch eine liebliche Landschaft mit weißen Kühen, Teichen, blühenden Wiesen und Sträuchern.

Am späten Nachmittag erreichen wir dann die mittelalterlichen Stadt „Avallon“

und checken im sehr netten 3 Sterne Hotel „Le Relais Fleuri“ ein, das sich in einem 5 Hektar großen Park zwischen üppigen Blumenrabatten, Grünanlagen und alten Bäumen befindet, auch ein beheizten Pool lädt zum Entspannen ein. Natürlich ist auch für sportliche Gäste gesorgt, so locken zwei Tennisplätze, auch Tischtennisplatten stehen zur Verfügung, wer Rafting und Bogenschießen liebt, findet Angebote auch in unmittelbarer Nähe.

 

 

Nachdem wir unser kleines, aber nettes Zimmer besichtigt haben,

geht es in die mittelalterliche Kleinstadt Avallon, die sich auf einem Granitplateau über dem Tal des Flusses „Cousin“ befindet. Sie wurde vor ca. 2000 Jahren als gallische Festung ausgebaut und war strategisch sehr bedeutsam. Nun blickt sie mit ihren ca. 7000 Einwohnern auf eine großartige Vergangenheit zurück.

Inzwischen hat sich die Kleinstadt zu einem wichtigen Fremdenverkehrszentrum entwickelt und begeistert mit ihrer mittelalterlichen Stadtmauer, dem Uhrturm, der Stiftskirche „St-Lazare“, die 1106 vollendet wurde sowie dem „Musée de l’Avallonnais“ und „Musée du Costume“.

Sehenswert ist auch der „Marché Couvert d`Avallon“, der jeden Sonnabend zahlreiche Kunden und Touristen anlockt, die nach frischen köstlichen Angeboten Ausschau halten, denn hier gibt es alles vom Salat, Obst über Geflügel, Fisch,  Süßigkeiten, Kleidung  sowie Weine und vieles,  vieles mehr.

                      

Nach einem nochmaligen kurzen  Abstecher in die Altstadt geht es zurück zum Hotel, in dem wir dann ein fantastisches Abendbrot genießen.

Heute ist wieder Wandern angesagt.

Es geht nach „Vault de Lugny“ und 10 km durch einen dichten und feucht bergigen Wald, der aus Eichen-, Buchen- und Nadelbäumen besteht. Leider laufen unsere beiden Wegführer nicht gerade langsam, so daß man auf den zahlreichen Stein- und Wurzelwegen nach einigen Kilometern mit hängender Zuge und wenig Luft immer langsamer wird. Man hofft, daß keine Steigungen mehr kommen und die Wanderung bei der Schwüle bald ein Ende hat, aber das ist leider nur eine Wunsch ! Ich bin nach 6,5 km einfach schlapp, durchgeschwitzt und gebe auf und bin sicher, daß ich nie wieder solche Wanderung machen werde.

Nachdem nun alle wieder beisammen sind, ist eine kleine Mittagspause mit Stärkung fällig, dann geht es zur Weinverkostung zur „Domaine de la Croix Montjoie“, die offiziell für Weißweine anerkannt ist. Der Weinberg von „Vézelay“ befindet sich auf beiden Seiten des Cure, einem Nebenfluß der Yonne. Das 10 Hektar große Weingut wurde erst 2009 von Sophie und Matthieu Woillez (Önologen und Agrarwissenschaftler) gründet und ausschließlich mit Chardonnay bepflanzter Rebfläche südlich von Chablis bewirtschaftet.

Dann geht es weiter und wir freuen uns auf Vézelay,

eines der schönsten Dörfer Frankreichs, das sich auf einem Hügel befindet.

Es ist ein reizvolles und verträumtes mittelalterliches Dorf mit einer steilen Hauptstraße, die beidseitig von sehr schönen mittelalterlichen Häusern gerahmt wird. Einige dieser Häuser haben eine Tafel an der Hauswand, auf der der Name des Literaten steht, der hier gewohnt hat, z.B. Romain Rolland, Max-Pol-Fouchet oder Georges Bataille. Auch befindet sich hier das neu gestaltete „Musée Zervos“, das u. a. Werke von Calder, Miro und Max Ernst zeigt. Natürlich locken auch zahlreiche kleine Souvenir- und Weinläden sowie gemütliche Restaurants, die versuchen, die Besucher mit ihren Angeboten zu verführen.

Besonders eindrucksvoll ist aber die „La Basilique Sainte Marie-Madeleine“, die eine der schönsten romanischen Sakralbauten ist, die sich auf dem Hügel des mittelalterlichen Dörfchens befindet. Sie war im Mittelalter eine der wichtigsten Pilgerstätten, noch heute ist man fasziniert von ihrer Größe, Schönheit sowie Schlichtheit. In ihrem Hauptschiff befinden sich mehr als hundert Kapitelle, die fast alle noch im Original erhalten sind.

Die Basilika der Heiligen Maria Magdalena ist ein großartiges Bauwerk aus dem 12. Jahrhundert, das man gesehen haben muß, seit 1979 gehört es auch zum UNESCO Weltkulturerbe.

Von der Terrasse hinter der Basilika hat man eine wunderbare Panorama-Aussicht.

Nach so vielen und wunderbaren Eindrücken checken wir nun im sehr netten und kleinen Hotel “Sy Les Glycines“ ein, das nur 50 Meter von der Basilika entfernt liegt und wirklich ein Geheimtipp ist. Schon der Hoteleingang mit dem rankenden Grün, den blühenden Blumen sowie kleiner Terrasse ist außergewöhnlich.

Einst war das Hotel eine alte Villa aus dem 18. Jh., die 2016 komplett renoviert wurde. Heute begeistert sie mit ihren 13 gemütlichen Zimmern sowie antikem Dekor, so daß man sich gleich wie zu Hause fühlt. Am Abend genießen wir noch ein herrliches Abendessen im Restaurant und lassen unsere letzten Tage noch einmal Revue passieren, denn morgen geht es wieder zurück nach Berlin.

 

 

https://fontenay-vezelay.jimdo.com/patrimoine/

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