POTSDAM – zwischen Schlösser und Gärten

Neues Palais[/caption]

Potsdam, Hauptstadt des Landes Brandenburg, wirkt wie eine Insel mit gestalteter Kulturlandschaft und liegt inmitten der waldreichen Seen-Landschaft der Havel. Die lebendige Innenstadt mit Blick über idyllische Seen- und Flußläufe, Schlösser und Gärten macht Potsdam zu einem ganz besonderen Erlebnis. Große Teile dieses großartigen Kulturkunstwerkes gehören zum UNESCO Weltkulturerbe.

[caption id="attachment_2258" align="alignleft" width="300"] Hans-Otto-Theater, Potsdam[/caption]

Die wunderschöne südwestlich von Berlin gelegene Stadt entdeckt man am besten mit einer Schiffstour, die sehr gut erkennen läßt, warum einst Fürsten, Könige und Kaiser Potsdam zu ihrer Residenz machten.

[caption id="attachment_2256" align="alignright" width="232"] Alter Fischer[/caption]

In einer Schenkungsurkunde von 993 wurde zum ersten Mal die von Slawen bewohnte Siedlung „Poztupimi“ genannt. Seit dem 14. Jh. wird Potsdam als Stadt erwähnt, in der die Bürger vom Fischfang und Ackerbau lebten. 1536 ging die Stadt bei einem Großfeuer unter, wurde aber  in den nächsten Jahren wieder aufgebaut.

Die brandenburgischen Kurfürsten riefen sie1660 als Zweitresidenz aus und bauten  vier Jahre später das erste Schloß. Bedingt durch den Zuzug vieler Handwerker und Künstler aus dem Ausland, die mit der Bebauung und Gestaltung der Stadt beauftragt wurden, erhielt Potsdam einen ganz besonderen Bau-Charakter. [caption id="attachment_2257" align="alignleft" width="300"] Schloss Oranienburg[/caption] 1685 erließ Friedrich Wilhelm,  der Große Kurfürst von Brandenburg  das „Edikt von Potsdam“, in dem es hieß, daß für alle Europäer mehr Toleranz in Glaubensfragen gelten sollte. Es folgte nun eine große Zuwanderung von verfolgten Hugenotten nach Brandenburg, die um Zuflucht baten und sich in Potsdam nieder ließen. Auch entwickelte sich unter Friedrich Wilhelm I. Potsdams Garnison zum Zentrum der militärischen Macht Brandenburgs. Die Hälfte der Einwohner stand nun im Sold der Regierung, was zur Folge hatte, daß sich die Bevölkerungsstruktur stark änderte.   [caption id="attachment_2248" align="alignleft" width="167"] Friedrich II. von Anton Graff[/caption] Die Stadt dehnte sich sehr schnell aus und Friedrich II. von Preußen, der nicht nur Feldherr, sondern auch ein großer Freund der Künste war, baute sich nach seinen Vorstellungen auf einem Weinberg sein Luxusschloß – „Schloß Sanssouci“ – umgeben von einem als Barockgarten angelegten Park. Von hier aus regierte er und ab 1747 wurde Sanssouci seine Sommerresidenz. Unter ihm entstand auch die Elitetruppe der „Langen Kerls“.   [caption id="attachment_2250" align="alignright" width="300"] Neues Palais, Park Sanssouci[/caption] 22 Jahre später folgte der Bau des Neuen Palais, der Bau von  Schloß Charlottenhof, die römischen Bäder sowie die Orangerie, und der Park wurde im Stil eines englischen Landschaftsgartens umgestaltet. Unter Friedrich Wilhelm II. , wurde der „Neue Garten“ angelegt und es wurde mit dem Bau des Marmorpalais begonnen.  Dieser Park wurde 1817 von Peter Lenné verändert und geprägt. 17 Jahre später begann man mit dem Bau des Schlosses Babelsberg im englischen Tudorstil, umgeben von einer herrlichen Parkanlage, die heute zu den drei  bedeutendsten Potsdamer Anlagen zählt. In unmittelbarer Nähe zum Schloß Sanssouci wurde im Jahr 1848 das italienisch anmutende königliche Mustergut „Krongut Bornstedt“ fertiggestellt. Heute präsentiert es sich den Besuchern mit Herrenhaus, Remisen und Scheunen.   [caption id="attachment_2255" align="alignleft" width="220"] Das Brandenburger Tor in Potsdam[/caption] Durch den Bombenangriff 1945 fielen weite Teile der Stadt Potsdam in Schutt und Asche, das Stadtschloß und die Garnisonkirche wurden dabei sehr stark beschädigt. Den Schlössern und Gärten um Sanssouci passierte aber nichts, es heißt, weil ein starker Wind die Abwurfmarkierungen bei Seite gedrückt  hatte, als die Bomber flogen. Nach dem Krieg trafen sich hier die Siegermächte, Trumen, Churchill und Stalin im Schloß Cecilienhof, um über Deutschland zu entscheiden. Das Ergebnis war der „Kalte Krieg“, der „Eiserne Vorhang“ – die „Berliner Mauer“ – die Potsdam von Berlin trennte. Nach dem Krieg trafen sich die Allierten (außer Frankreich) im Schloß Cecilienhof. Teilnehmer waren die Regierungschefs der USA (/Truman), der Sowjetunion (Stalin) und Großbritanniens (Churchill), um über die politische und wirtschaftliche Zukunft Deutschlands zu entscheiden.   Ein Spaziergang durch die Geschichte [caption id="attachment_2259" align="alignright" width="300"] Kutschstall, Potsdam[/caption] Besonders die drei historischen Parkanlagen und ihre Schlösser prägen das Bild Potsdams. Große Landschaftsgestalter und Architekten wie Lenné, Fürst von Pückler-Muskau, Schinkel und von Knobelsdorff hinterließen hier ihre Spuren, die noch heute internationale Besucher anlocken. Die  historische Innenstadt von Potsdam wurde vor dem Krieg als eine barocke Stadtanlage angelegt und zeigt noch heute die beeindruckenden Zeugnisse der über 1000-jährigen Geschichte. Die zahlreichen und einzigartigen Bauensemble erzählen noch heute von der wechselhaften Geschichte der einstigen Residenz- und Garnisonstadt. [caption id="attachment_2251" align="alignleft" width="257"] Alter Markt, Potsdam[/caption] Auf den Fundamenten einer Burganlage entstand „Der Alte Markt“. Es war der Standort des ersten barocken Schlosses, das durch den Baumeister von Knobelsdorff in den Jahren 1744 –51 zur Winterresidenz des Königs umgebaut wurde. Die klassizistische Nikolaikirche, das Alte Rathaus mit der goldenen Atlasfigur und der Obelisk sind noch heute die einzigen Zeugen der Bebauung  vor dem Krieg, die erhalten geblieben sind. Hinter dem Alten Markt stehen liebevoll restaurierte Häuser, die den Eindruck des alten Potsdam vermitteln. Der ehemalige königliche Kutschstall (1671), ist das älteste, noch erhaltenen Gebäude der Stadt.  Nicht weit von hier steht eine Moschee, die aber keine ist. Sie wurde 1841 als Pumphaus für die königlichen Wasserspiele im Park von Sanssouci gebaut. Die heutige Stadtmitte wurde einst als „zweite Neustadt“ angelegt und glänzte mit zwei geschossigen Barockhäusern. Dieser Teil wurde im 18. Jh. umgebaut, um die darin wohnenden Soldaten an der Flucht zu hindern. Das Brandenburger Tor, Jägertor  und  Nauener Tor erinnern noch heute daran. [caption id="attachment_2252" align="alignright" width="162"] Holländisches Viertel, Potsdam[/caption] Rund um die Brandenburgische Straße und in den Seitenstraßen zeigen sich verschiedene Haustypen einer Bauphase, wie das Holländische Viertel, das einst für holländische Handwerker und Einwanderer entstand. Dieses Viertel wurde wieder liebevoll restauriert. Die roten Backsteinhäuser mit ihrem ganz besonderes Flair, die einladenden Restaurants, Bars,  Szenekneipen und Cafés sowie die kleinen stilvollen Boutiquen und Galerien, die oft versteckt  in modernen Passagen und in alten Innenhöfen liegen, laden  zum Bummeln und Kauf ein. Alljährlich finden hier das Tulpenfest, der Töpfermarkt und der holländische Weihnachtsmarkt „Sinterklaas„ statt und das Babelsberger Weberviertel lädt zum Böhmischen Weberfest und  -Weihnachtsmarkt ein. All diese Feste haben sich inzwischen  zu traditionsreichen Veranstaltungen entwickelt. [caption id="attachment_2272" align="alignleft" width="228"] Weihnachtsmarkt[/caption] Jeden Samstag lockt der wunderschöne „Kleine Markt am Nauener Tor“ mit seinen weiß-grünen Verkaufsständen die Besucher an. Seine große Auswahl an frischem Obst und Gemüse sowie die besonderen Spezialitäten für den Kochtopf, versetzen so manchen Besucher und  Gourmet ins Staunen. Zudem ist er ein beliebter Treffpunkt internationaler Gäste, die hier die familiäre und lockere Atmosphäre genießen. [caption id="attachment_2253" align="alignright" width="166"] Russische Kolonie Alexandrowka[/caption] Außerhalb der Stadt Die Siedlung „Nowawes“, die durch Böhmische Weber geprägt wurde, liegt im Stadtteil Babelsberg.

Am nördlichen Rand Potsdams  befindet sich die „Alexandrowka“, eine russische Kolonie aus der Zarenzeit, die  1826 mit 13 Holzhäusern und ihren Gärten erbaut wurde. Sehenswert ist auch die kleine russisch-orthodoxe Alexander-Newski-Kapelle auf dem Kapellenberg.

Das „Belvedere auf dem „Pfingstberg“ bietet den Besuchern eine ganz besonders schöne Aussicht auf die Stadt und ihre einzigartige Kulturlandschaft.

[caption id="attachment_2239" align="alignleft" width="184"] Der Flatowturm im Park von Babelsberg[/caption] Die Filmstadt Babelsberg Der Filmpark Babelsberg steht auf einem 430.000 qm historischen Gelände und produziert seit Jahren Märchen und Alp- sowie Wunschträume, er bietet  Unterhaltung und Attraktionen für die ganze Familie. Im Lustgarten mitten in Potsdam liegt der königliche Marstall (Pferdestall) mit der Knobelsdorff-Fassade, der heute ein Museum ist. [caption id="attachment_2240" align="alignright" width="240"] Fahrradfahrer am See[/caption] Potsdam – die Stadt am Wasser, die ein besonderes Juvel ist bietet auch ungeahnte Möglichkeiten für Spaziergänger und Fahrradfreunde, denn sie finden hier besonders reizvolle Wege, die direkt am Ufer entlang führen. So ist die herrliche Umgebung mit ihren kleinen Orten, ganz geruhsam zu entdecken, denn zur  Seen-Landschaft der Havel gehören der der „Tiefen See“, „Jungfernsee“ und „Templiner See“ mit ihrem traumhaften Umland. www.potsdam.de / www.potsdam.com Bilder: Copyright © SPSG ]]>

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